Wasser-Wissen



Essigsäure

Stoffsystem

Essigsäure: CH3COOH

Eisessig, Ethansäure, Ethylsäure, Methancarbonsäure Molekulargewicht: 60.

Eigenschaften: Reine, 100%ige Essigsäure ist bei Zimmertemperatur eine klare, farblose, stark nach Essig riechende Flüssigkeit. Schon bei 17°C erstarrt sie zu einer eisähnlichen Masse, die als Eisessig bezeichnet wird. Die reine Essigsäure färbt Indikatorlösungen nicht, erst wenn sie mit Wasser verdünnt wird, können sich wie bei der Salzsäure H3O+-Ionen bilden. Trotz der ätzenden Wirkung der reinen Säure ist sie eher eine schwache Säure.

Essigsäure gehört zur Familie der Carbonsäuren (organische Säuren) und reagiert mit Metallen unter Bildung von Acetaten, den Salzen der Essigsäure. Ihre Säureeigenschaften werden durch das H-Atom in der COOH-Gruppe verursacht. Dieses kann an ein Wassermolekül abgegeben werden.

Vorkommen: Essigsäure kommt in vielen Pflanzensäften und in Etherischen Ölen vor. Steht Wein für mehrere Wochen an der Luft, entsteht durch eine Oxidation aus dem Alkohol des Weins Essigsäure, der Wein wird sauer. Dieses Verfahren wurde bereits in der Antike angewandt.

Herstellung : Neben der Essigsäuregärung aus Alkohol kann sie auch durch eine trockene Destillation von Holz bei ca. 350°C gewonnen werden. Im Destillat befinden sich etwa 82% Wasser, 7% gelösten Teer und 8-10% Säuren, die vorwiegend aus Essigsäure bestehen.

Verwendung: Speiseessig enthält etwa 5% Essigsäure, Essigessenz bis zu 25% Säure. Mit Essigessenz können Kalkablagerungen gelöst werden. Sie wirkt stark keimtötend und wird deshalb als Lebensmittel-Zusatzstoff zum Konservieren von Speisen verwendet (E 260). In der chemischen Industrie ist Essigsäure ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung von Kunstfasern, Kunststoffen, Riechstoffen und Medikamenten.