Wasser-Wissen



Filterkammer

entspricht optimierten Filtergraben

Die in Deutschland wenig bekannte Filterkammer wurde in Österreich als Alternative zum Filtergraben in die ÖNORM B 2502 Teil 1 Kleinkläranlagen (Hauskläranlagen) für Anlagen bis 50 Einwohnerwerte; Anwendung, Bau und Betrieb aufgenommen. Der Grund war die in Österreich vorgeschriebene große Filtergrabenlänge von 20 m/EW und der daraus resultierende hohe Aufwand für den Filtergraben. Der biologische "Reaktor" ist bei der Filterkammer eine lotrecht durchsickerte Feinkiesschicht. Da sich diese in einem betonierten Schacht befindet und bei Bedarf für einen Austausch zugänglich ist, kann mit einer relativ kleinen Filterfläche das Auslangen gerechnet werden.

Filterkammer nach ÖNORM 2502 Teil 1

Bemessung

Die DIN 4261 kennt die Filterkammer nicht, jedoch den Sickerschacht. Nach ÖNORM B 2502 Teil 1 Kleinkläranlagen (Hauskläranlagen) für Anlagen bis 50 Einwohnerwerte; Anwendung, Bemessung, Bau und Betrieb:

-horizontale Filterfläche AF Š 2 m²/EW, mindestens 6 m², -Höhe der biologisch wirksamen Feinkiesschicht (2/4 mm) mindestens 0,7 m.

Anwendung

Aus Kostengründen kommen Filterkammern nur für sehr kleine Abwasserreinigungsanlagen in Betracht.

Reinigungswirkung

Über die Reinigungsleistung von ÖNORM-gerechten Filterkammern ist nichts bekannt, weil solche Anlagen als biologische Hauptreinigungsstufe kaum gebaut wurden. Es kann demnach nur vermutet werden, daß BSB5 < 40 mg/l und CSB < 150 mg/l erreicht werden können. Eine Nitrifikation mit NH4-N-Werten < 10 mg/l ist nicht zu erwarten.

Reststoffe

Austausch des Filtermaterials

Je nach dem Auslastungsgrad sind bei der Filterkammer früher oder später die obersten 10 bis 15 cm des Filtersandes zugewachsen und müssen ausgetauscht werden. Es gibt allerdings keine Erfahrungsberichte darüber, nach welcher Zeit das der Fall ist. Der ausgeräumte Sand ist kein "Schlamm", sondern ist in seiner Beschaffenheit eher mit dem Sandfanggut aus kommunalen Kläranlagen vergleichbar.