Sandfilter

(sand filter) Filtrationsanlage bei der eine dichte Sandschicht das Filter bildet, durch welches die zu filternde Flüssigkeit geleitet wird. Sandfilter werden u.a. zur Trinkwasseraufbereitung (Langsamsandfilter und/oder Schnellfilter) oder zur weitergehenden Reinigung von Abwässern durch Abtrennung von Schwebstoffe eingesetzt. Dabei werden Sandfilter als letzte Reinigungsstufe hinter den Anlagen zur biologischen und chemischen Abwasserreinigung angeordnet.

Sandfilter als Nachreinigungsstufe nach "technischen" Kleinkläranlagen sind ein sehr wirksames Mittel zur Verbesserung des Ablaufes vor der Einleitung in sensible Vorfluter. Ihre Wirkung besteht in der weitestgehenden Zurückhaltung von Schwebstoffen, einer Reduzierung bei BSB, CSB und Ammonium-Stickstoff sowie bei eisenhaltigem Bodenmaterial in einer gewissen Phosphorelimination. Dazu kommt eine speziell bei Aufstau-Belebungsanlagen wünschenswerte Vergleichmäßigung des Abflusses und die Sicherheit, dass kurzzeitige Betriebsstörungen bei der technischen Anlage nicht sofort auf den Vorfluter durchschlagen.

Nachreinigungssandfilter ähneln im Aufbau der Filterkammer bzw. den Pflanzenbeeten und werden, sofern sie offen ausgeführt sind, meist mit Schilf etc. bepflanzt bzw. stellt sich mit der Zeit von selbst durch Samenanflug ein Bewuchs mit unterschiedlicher Zusammensetzung ein.

Für nachgeschaltete Sandfilter gibt es keine Normung. Das Merkblatt Nr. 3 Abwasserbeseitigung im Außenbereich (Kleinkläranlagen) des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen - empfiehlt eine Fläche 0,2 m²/EW - für die Sicherstellung einer langen Standzeit sollte besser eine Fläche 0,5 m²/EW - bei Hauskläranlegen sogar bis 1 m²/EW gewählt werden.

Sandfilter zur Nachreinigung wurden schon in jeder Größe bis zu Anschlusswerten von einigen 100 EW gebaut. Mit Ausnahme des Phosphors kommen die Ablaufwerte eines Sandfilters jenen von natürlichen Vorflutern nahe.