Saprobiensystem

(saproby system) Das Saprobiensystem ist eine biologische Gewässerklassifikation. Die einzelnen Arten der Saprobien sind i. a. charakteristisch für einen bestimmten Grad der Belastung mit abbaubaren organischen Stoffen. Das klassische Saprobiensystem nach Kolkwitz und Marsson nimmt eine Zuordnung der Saprobien zu 4 verschiedenen Belastungsstufen in Gewässern bzw. in deren Teilbereichen vor. Aus der Besiedlung eines Gewässerabschnitts kann auf diese Weise geschlossen werden, ob er oligosaprob (nicht oder kaum belastet), ß-mesosaprob (mäßig belastet) alpha-mesosaprob (stark verschmutzt) oder polysaprob (übermäßig verschmutzt) ist. Das klassische Saprobiensystem wurde später durch die Einführung von Zwischen- bzw. Übergangsstufen verfeinert. So weist das in der Bundesrepublik bei der regelmäßig erfolgenden Fließgewässer-Gütekartierung eingesetzte Saprobiensystem 8 Stufen der Gewässerbeschaffenheit auf.

(Biologische Gewässergüte) System zur Bestimmung der Gewässergüte von Fließgewässern mittels Indikatororganismen. Das Saprobiensystem beschreibt die Gewässerbelastung mit biologisch leicht abbaubaren organischen Substanzen (z.B. aus kommunalem Abwasser).

Diese Substanzen werden vor allem von Bakterien, Pilzen und Einzellern unter Sauerstoffverbrauch abgebaut. Als Bioindikatoren dienen u.a. wirbellose Tiere mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen, die den Boden des Gewässers bewohnen können. Durch das Vorkommen oder Fehlen dieser Arten kann die Einteilung in eine Gewässergüteklasse erfolgen. Das Saprobiensystem war lange Zeit die einzige Methode zur Bewertung von Fließgewässern. Der Vorteil besteht darin, dass integrierende Aussagen über die Qualität des Gewässers als Lebensraum für bestimmte Organismen gemacht werden können. Das Saprobiensystem kann aber keine Informationen über Art und Menge spezifischer Schadstoffe und andere Beeinträchtigungen der Gewässergüte geben. Deshalb reicht es nicht aus, die ökologische Ganzheit eines Gewässers nur mit dem Saprobiensystem zu bestimmen.