Teichkläranlage

(pond treatment plant) Teiche einfachster Form, möglichst in Erdbauweise sind nicht nur kostensparend in der Anlage, sondern darüber hinaus geeignet, alle in Betrieb und Wartung nachteiligen Eigenschaften herkömmlicher Kläranlagen auszuschalten. Allerdings ist die Existenz einer geeignet großen Grundfläche Voraussetzung.

Abwasserteichanlagen benötigen große Flächen, deren Erwerb sehr kostspielig sein kann. Deshalb werden im ländlichen Raum hierfür meist gemeindeeigene Flächen verwendet.

Teichkläranlagen haben eine relativ hohe Prozessstabilität, eine sehr hohe Betriebssicherheit und geringen Wartungsaufwand. 

Klärtechnisch besonders sinnvoll ist die Verwendung von Teichen als zweite oder Nachklärstufe hinter konventionellen Klärstufen.

Der unbelüftete Abwasserteich

Wenn es darum geht, ein bezahlbares Behandlungsverfahren auszuwählen, dass außerdem niedrigste Betriebskosten aufweist und in seiner Pufferwirkung alle anderen Verfahren übertrifft, dann gibt es nur eine befriedigende Lösung - das älteste Abwasserbehandlungsverfahren - den unbelüfteten Abwasserteich. In der früheren DDR wurden bedeutende Forschungskapazitäten in die Teichforschung gesteckt und so ist die TGL [12-14] eine immer noch interessante Hilfe für die Planung derartiger Anlagen.

Neubauten von Teichkläranlagen sind selten. Die Ursachen dafür liegen wahrschein-lich überwiegend in der zu geringen Gewinnmarge, die sich Planern, Bau-, Ausrüstungs- oder Betreiberunternehmen bieten.

Allerdings ist der Flächenbedarf für unbelüftete Abwasserteiche mit ca. 10-15 m²/E (Einwohner) recht erheblich. Steht diese Fläche nicht zur Verfügung, wäre als nächste interessante Variante im ländlichen Raum die Eignung eines belüfteten Abwasserteiches ( ca. 2-3 m²/E) oder der Einsatz eines ebenso günstigen linienbelüfteten Simultanteiches mit beinahe ähnlichen Vorteilen prüfenswert.