Umweltzertifikat

(Verschmutzzertifikate) (tradeable permit)  Als Prototyp einer marktwirtschaftlichen Lösung von Umweltproblemen gelten die in den USA entwickelten sogenannten Umwelt- und Emissionszertifikate. Umweltzertifikate verbriefen das Recht einer genau festgelegten Nutzung des Umweltmediums als Produktionsfaktor. Sie berechtigen pro Zeitperiode eine bestimmte Schadstoffmenge zu emittieren, wobei die gesamte Emissionsmenge durch die Anzahl der Zertifikate begrenzt ist. 

Die Vergabe der Zertifikate kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen:

  • Kostenlose Vergabe,
  • Verkauf zu einem Festpreis und 
  • Versteigerungsverfahren.

Unternehmen vergleichen ihre Grenzvermeidungskosten mit dem Zertifikatpreis. Sind die Grenzvermeidungskosten in einem Unternehmen niedriger als der am Markt erzielbare Preis für Emissionsrechte, so wird das Unternehmen Emissionsvermeidung betreiben und die dadurch freiwerdenden unverbrauchten Zertifikate verkaufen und zwar so lange, bis ein Emissionsniveau erreicht ist, bei dem die Grenzvermeidungskosten gleich dem Marktpreis sind. In der Theorie ist ein langfristiges Marktgleichgewicht dann erreicht, wenn sich die Vermeidungsgrenzkosten aller Emittenten angeglichen haben und der Gleichgewichtspreis gerade gleich diesen Grenzkosten ist.

Eine solche Regelung ist aber nur in wenigen Ländern verbreitet.