Wassergüte

(water quality) Die Güte des Wassers wird von der Menge der lebenden und abgestorbenen Organismen bestimmt. Jedes durch organische Stoffe verunreinigte Wasser wird nach einiger Zeit wieder sauber. Mit Hilfe von Sauerstoff bauen bestimmte Arten von Bakterien die Reste der Lebewesen zu organischen Substanzen ab (aerober Abbau). Man nennt diesen Vorgang Selbstreinigung.

Bei Mangel an Sauerstoff allerdings spalten andere Arten von Bakterien die organischen Stoffe unter anderem in giftige und übelriechende Abbauprodukte wie Methan, Schwefelwasserstoff und Ammoniak auf und bilden Faulschlamm (anaerober Abbau).

In dicht besiedelten Gebieten aber gefährdet die Verschmutzung durch den Menschen das Leben in den Gewässern. Zusammen mit dem natürlichen Nahrungsangebot werden durch Abwässer dem Wasser Stoffe zugefügt, die den Bakterien zur Nahrung dienen und sie sich stark vermehren. Bakterien verbrauchen aber unter ungünstigen Verhältnissen den gesamten Sauerstoff, so dass für alle anderen sauerstoffverbrauchenden Lebewesen nichts mehr übrig bleibt, sie ersticken. Das Abwasserproblem ist zum wesentlichsten Problem hinsichtlich der Wassernutzung geworden. Menschliche Siedlungen, Fabriken aller Art und die aus den Feldern ausgeschwemmten Substanzen liefern nichtfäulnisfähige (anorganische) Stoffe.

Dazu gehören Abwässer aus chemischen Werken , Galvanisierwerkstätten, Färbereien, Säuren und Laugen, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Abwässern aus Papierfabriken. Hier gibt es als einzige Abhilfe nur die Klärung vor dem Einleiten. Da es keinen Abbau gibt, wirken diese Stoffe vergiftend bei Überschreitung eines Schwellenwerts.

Fäulnisfähige (organische) Stoffe, Abwässer aus menschlichen Siedlungen, aus Schlachthöfen, Molkereien, Zuckerfabriken, Brauereien, zum Teil auch aus Papierfabriken. Ihre Einleitung führt im Gewässer zu dem schon erwähnten immensen Wachstum der Bakterien, die durch die fäulnisfähigen Stoffe gefüttert werden. Sie verbrauchen dann den gesamten Sauerstoff, das Gewässer "kippt um" (Eutrophierung).

Der Sauerstoffgehalt ist zusammen mit den Nährstoffen für die Lebensgemeinschaften ein begrenzender Faktor. Bei Abnahme des Sauerstoffgehaltes des Gewässers sind gewisse Tiere und Pflanzen nicht mehr lebensfähig, andere kommen mit weniger Sauerstoff aus und können solche Lebensbedingungen noch aushalten. Diese Vorkommen bestimmter Lebewesen bei bestimmten Verschmutzungsgraden hat man benützt, um die Gewässer nach Wassergüteklassen zu ordnen.