Juni 2005

Wasser-/Abwassernachrichten

(News-Archiv)

Weite Teile Europas im Würgegriff der Hitze

Frankfurter neue Presse 29.6.2005

Von Carola Frentzen

Rom. Selbst den italienischen Kühen ist der Appetit vergangen. Wegen der anhaltenden Hitze haben die Tiere – genau wie die Menschen – keine Lust auf feste Kost. Resultat: Derzeit geben sie vor allem in Norditalien rund zehn Prozent weniger Milch. Seit Monaten fällt in vielen Regionen des Landes kaum ein Regentropfen vom Himmel, die Erde ist staubtrocken und ausgedörrt, die Pegelstände der großen Seen und Flüsse sinken bedrohlich – kurz, das Wasser wird knapp. «Wenn es nicht bald regnet, wird die Situation im Norden Italiens dramatisch», schlägt Zivilschutz-Chef Guido Bertolaso Alarm. ... In Portugal kämpfen die Behörden gegen die schlimmste Dürre seit sechs Jahrzehnten. Fast 20 000 Menschen müssen bereits per Tanklaster mit Trinkwasser versorgt werden. Mitte des Monats waren 50 Prozent der Fläche «extrem trocken». Vielen Landwirten drohen die Tiere zu verhungern. Auch in Belgien wurde angesichts der Trockenheit in einigen Gebieten das Wasser rationiert. ... [vollständiger Text]

 

Kirchheimbolanden - Trinkwasser wird knapp

SWR 29.6.2005

Die Dauerhitze lässt in Teilen von Rheinland-Pfalz das Wasser knapp werden. Im Donnersberg-Kreis müssen die Reserven schon seit Tagen mit Lieferungen aus dem Nachbarkreis aufgefüllt werden. Der Wasserverbrauch hatte sich in der Region zum Teil verdoppelt.

Seit Tagen liefern Tankwagen aus dem Wasserversorgungsverband Westpfalz frisches Trinkwasser in den Nachbarkreis, bis zu 15 Fuhren pro Tag. Ohne den Nachschub hätten einige Dörfer bereits kein Wasser mehr. Die Stadtwerke Kirchheimbolanden nahmen sogar drei bereits still gelegte Quellen wieder in Betrieb. Deren Wasser muss allerdings extra aufbereitet werden, weil der Nitratgehalt den zulässigen Grenzwert überschreitet.

Appelle an die Bevölkerung beispielsweise beim Duschen oder Rasensprengen Wasser zu sparen, zeigten inzwischen Wirkung, so ein Sprecher der Stadtwerke. Sollten Hitze und Trockenheit am Donnersberg noch sehr viel länger anhalten, müssen Bevölkerung und auch die Landwirte damit rechnen, dass die Wasserversorgung vorübergehend gestoppt wird. ... [weiter]

 

Fluss und Fische ersticken an Algen

taz 28.6.2005

Ungiftig aber überdüngt: Das nächste Fischsterben in der Elbe droht. In der tiefen Fahrrinne verrottende Biomasse entzieht dem Wasser Sauerstoff und lässt die Fische japsen. Ökologische Lage schlechter als in den 90er Jahren, warnen Umweltschützer

von Gernot Knödler

Das Sauerstoffloch in der Elbe ist wieder da. Nach der Wiedervereinigung, als sich die Wasserqualität rapide verbesserte, hatte es ein paar Jahre lang so ausgesesehen, als würde sich dieses Problem erledigen und der Anblick kieloben treibender Fische der Vergangenheit angehören. Heute wird weniger Gift in den Strom geleitet und das Abwasser vorher geklärt. Paradoxerweise hat das einen Rückschlag bewirkt.

Kaum hat der Sommer wirklich begonnen, ist der Sauerstoffanteil im Elbwasser an der Station Seemannshöft unter den Wert von drei Milligramm pro Liter gesunken. Das ist die Grenze, an der die Fische nach Luft zu schnappen beginnen. Der Sauerstoffanteil hatte sich innerhalb einer Woche halbiert. "Das nächste Fischsterben" befürchtet der Förderkreis "Rettet die Elbe".

Mitteilungen der Umweltbehörde über den guten Zustand des Stroms halten die Umweltschützer für irreführend. Zwar sei es schön, wenn die Behörde 101 Fischarten in der Elbe zähle. Doch wenn 95 Prozent der Individuen Stinte seien, zeige das, wie prekär der Bestand der übrigen Arten sei. Auch mit der Feststellung, die Elbe sei so sauber wie vor 100 Jahren, sei den Fischen nicht geholfen, wenn der Sauerstoff fehlt. ... [weiter]

 

Wie ein schwerkranker See erfolgreich restauriert wurde

Pressemitteilung Forschungsverbund Berlin e.V., 27.06.2005 09:52

Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) hat eine neuartige Technologie entwickelt und angewandt. Die Prognosen der IGB-Wissenschaftler haben sich mehr als bestätigt. Der Tiefwarensee gilt wieder als gesund.

Der Tiefwarensee in der Müritz ist wieder gesund. Innerhalb von nur vier Jahren ist es gelungen, das ehemals von Algenmassenentwicklungen, Fischsterben und völligem Sauerstoffschwund in der Tiefe geprägte Gewässer in einen sauberen, klaren Maränen-Hecht-See zu verwandeln. Der Erfolg beruht auf einer neuartigen Technologie, die das Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) konzipiert und zur Verfügung gestellt hatte. Die Pilotanlage wird am 30. Juni offiziell abgeschaltet. Damit gilt die Restaurierung des Sees an der Stadt Waren (Mecklenburg-Vorpommern) als abgeschlossen. "Für uns zeigt die Maßnahme beispielhaft den Nutzen eines ganzheitlichen Gewässerschutzes", sagt Prof. Rainer Koschel. Er leitet die Abteilung "Limnologie Geschichteter Seen" des IGB in der Neuglobsower Außenstelle am Stechlinsee und hat zusammen mit seinem Berliner Kollegen Thomas Mehner das Projekt verantwortet.

Zu Beginn der Sanierung war der Tiefwarensee hocheutroph, also mit Nährstoffen überlastet. Vor allem Phosphor bereitete Probleme. Abgestorbene Algen, die von Bakterien zersetzt wurden, führten dazu, dass jeglicher Sauerstoff aus dem Tiefenwasser schwand. Zahlreiche Fische starben. Heute dagegen sind 90 Prozent des Phosphors aus dem See entfernt und das Wasser ist viel klarer: Die Durchsichtigkeit hat sich verdoppelt und zum Teil verdreifacht - auf derzeit fünf bis sieben Meter. Auch die Bestände von Unterwasserpflanzen haben zugenommen.

Wie kam es zu diesem durchschlagenden Erfolg? "Während des Sommers haben wir mit Hilfe einer umgebauten Tiefenwasserbelüftungsanlage den gesamten Tiefwasserkörper mehrere Male durchmischt und mit hocheffizienten Phosphorfällmitteln versehen", berichtet Koschel. Diese Fällmittel, es handelt sich um eine Kombination von basischem Aluminat und Calciumhydroxid, haben den im Wasser und Schlamm gelösten Phosphor gebunden und dauerhaft im Sediment festgelegt, so dass er für ein übermäßiges Algenwachstum mit allen negativen Folgen nicht mehr zur Verfügung steht.

Parallel dazu haben die Experten den Fischbestand beeinflusst. Damit wollten sie die Seengütesteuerung unterstützen und das Ökosystem (die "Fischbiozönose") möglichst schnell an die veränderten Nährstoffverhältnisse anpassen. Der See wurde deshalb jedes Jahr mit Larven der Kleinen Maräne und Jungfischen des Hechtes besetzt, zugleich entnahm man Silberkarpfen und Weißfische; die Angelfischerei wurde zeitweise eingeschränkt. Die Maßnahmen führten zu einer Zunahme des Raubfischanteils, vor allem von Barsch und Hecht, und zur deutlichen Abnahme des Weißfischanteils, vorwiegend Plötze und Blei. Lediglich der Bestand der Kleinen Maräne ist weiterhin relativ gering, der natürliche Aufbau hin zu wirtschaftlich nutzbaren Beständen wird sich noch einige Jahre verzögern.

"Wir führen die Veränderungen in der Fischbiozönose auf die oben genannten Managementmaßnahmen und die veränderten Fraßbeziehungen zwischen den Fischarten zurück", erläutert Mehner. Es sei zu einem Artenwechsel gekommen als Reaktion auf die Verminderung der Nährstoffe (Fachleute sprechen von Oligotrophierung) und auf die verstärkte Ausbreitung von Unterwasserpflanzen. Koschel ist sehr zufrieden: "Damit sind jene Effekte im Fischbestand weitgehend eingetreten, die wir im Zusammenhang mit der chemisch-physikalischen Restaurierung des Sees erwarteten und durch das Management unterstützten." Den IGB-Experten zufolge unterstreicht die hohe Effizienz der Maßnahme die Bedeutung eines optimierten Gewässerschutzes. Dieser begann am Tiefwarensee auf der Grundlage sehr guter Voruntersuchungen im Einzugsgebiet und im Gewässer, vereinigte eine Verminderung der Belastung durch Emissions- und Immissionsmaßnahmen und wurde konsequent mit allen Beteiligten verwirklicht, vom Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern über die Stadt Waren, den Berufsfischern der Müritz-Plau GmbH, dem Staatlichen Amt für Umwelt und Natur bis hin zu organisierten Anglern und Anrainern.

 

Dürre in Frankreich und Italien

Der Standard 27.6.2005

Regierungen rufen zum Wassersparen auf - Bereits sieben Italiener ums Leben gekommen

Paris/Rom - Wegen der seit Tagen sengende Hitze geht in Frankreich bereits die Furcht vor einer Katastrophe wie vor zwei Jahren um. Die Pariser Regierung aktivierte bereits Notfallpläne, damit nicht wie damals Tausende Menschen einer schier unendlichen Periode von Hundstagen zum Opfer fallen. ...

In Frankreich gelten in 28 Departements, vor allem im Westen, strikte Vorschriften, Wasser zu sparen. Die Pflanzen und Tiere in der Landwirtschaft leiden unter der Hitze. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis wieder größere Waldbrände Schlagzeilen machen. Dramatisch wenig Niederschlag im Winter und Frühjahr, dazu Temperaturen wie sonst nur im August lassen Alarmglocken läuten. Die beliebte Urlauberinsel Belle-Ile vor der bretonischen Atlantikküste droht schon bald, was Trinkwasser angeht, auf dem Trockenen zu liegen.

Nach den Analysen des Umweltministeriums ist die Trockenheit noch schlimmer als im Rekordjahr 1976, jedoch im Wesentlichen auf den Westen und Norden beschränkt. Doch die Dürre weitet sich aus. Erneut tagt am Mittwoch in Paris ein landwirtschaftlicher Krisenausschuss. ... [vollständiger Bericht]

 

Hitzewelle in Italien  - Wassernot und erste Todesopfer

Von Jörg Seisselberg, ARD-Hörfunkstudio Rom 27.6.2005

Selbst die hitzeerprobten Italiener stöhnen unter den derzeitigen Rekordtemperaturen ... In einigen Großstädten wie Turin, Bologna oder Bergamo gibt es aufgrund des extremen Wetters die ersten Hitzetoten. ... Auch für die Landwirtschaft ist die Situation kritisch. Nach Ansicht von Experten entwickelt sich die Situation noch dramatischer als vor zwei Jahren, als der bislang heißeste Sommer für Milliardenausfälle bei der Ernte sorgte. Im Fluss Po, so der Zivilschutzassessor der Region Emilia-Romagna Mario Bruschini, sei der Wasserstand bereits jetzt nur noch wenige Zentimeter von einem neuen Rekordtief entfernt. Der Sommer werde schlimmer als im Jahr 2003, "wir stehen vor einer außergewöhnlichen Trockenheit", befürchtet Bruschini.

Auch der Chef des nationalen Zivilschutzes, Guido Bertolaso, schlägt Alarm: Nur noch gut zwei Wochen könne Italien ohne Regen aushalten. Dann müsse der Landwirtschaft oder stundenweise den privaten Haushalten das Wasser abdreht werden. Um mit den zu Ende gehenden Reserven so lange wie möglich auszukommen, fordert der Zivilschutzmann Sparmaßnahmen. Sein eindringlicher Appell an die Italiener: Verschwendet kein Wasser, duscht kürzer und dreht während des Zähneputzens den Wasserhahn zu.

Auch die Wasserreserven sind knapp

Einige Politiker verlangen bereits jetzt die letzten Vorräte der Wasserrückhaltebecken in den Alpen freizugeben. Nur so könnten die immer trockener Felder in der Po-Ebene gerettet werden. Das Problem: Weil es in den ersten Monaten dieses Jahres in Norditalien extrem selten geregnet hat, ist in den Rückhaltebecken ein Drittel weniger Wasser als üblich. ... [vollständiger Bericht]

 

Klärschlammschlacht in Athener Vorort eskaliert

Frankfurter Rundschau 23.6.2005

Bewohner von Ano Liosia liefern sich im Kampf gegen übel riechende Ablagerungen Schlachten mit der Polizei / Trocknung soll helfen

VON GERD HÖHLER (ATHEN)

Tränengasschwaden, Polizeihundertschaften und Demonstranten im Nahkampf, brennende Barrikaden: So sah die Mülldeponie von Ano Liosia im Nordwesten Athens am Dienstagabend aus. Seit Monaten protestieren Einwohner von Ano Liosia dagegen, dass täglich hunderte Tonnen Klärschlamm aus der Athener Kläranlage Psyttaleia hier abgekippt werden.

Die Menschen beschweren sich über den Fäulnisgestank und fürchten eine Verseuchung ihres Grundwassers. Die staatlichen Wasserwerke EYDAP und die Regierung bestreiten jede Gefahr. Nachdem Demonstranten immer wieder die Zufahrten zur Deponie blockiert hatten, rückten am Dienstag mehrere Polizeihundertschaften an, um den Schlamm-Transporten den Weg zu öffnen. Dabei wurden sechs Polizisten und drei Demonstranten verletzt.

Der Schlamm-Streit schwelt seit Jahren. Bis 1994 flossen die Abwässer der Dreimillionenstadt ungeklärt in den Saronischen Golf. Der erfreute sich daher großen Fischreichtums, aber gefahrlos schwimmen konnte man an den meisten Stränden nicht. Vor elf Jahren wurde eine Kläranlage auf der Felseninsel Psyttaleia vor Piräus in Betrieb genommen, die zweitgrößte Europas.

Durch dicke Pipelines wird das Abwasser vom Festland auf die Insel gepumpt; das gereinigte Wasser wird in 63 Meter Tiefe in den Golf eingespeist. Zurück bleibt Klärschlamm, rund 700 Tonnen pro Tag, rund 175 Gramm pro Einwohner und Tag. Ein schlüssiges Konzept für die Entsorgung des Schlamms entwickelten die Planer der Kläranlage nicht. ... [weiter]

 

Spanier müssen Wasser sparen

St. Galler Tagblatt 22.6.22005

Nach neun Monaten ohne nennenswerte Regenfälle wird in Spanien das Trinkwasser knapp. Die Umweltministerin ruft die Bevölkerung zum Wassersparen auf.

ralph Schulze/Madrid

«Möge Gott uns Regen schicken», beten derzeit die Gläubigen in Spaniens Kirchen. Eine Fürbitte, die nach Voraussagen der Wetterfrösche in den nächsten Monaten nicht in Erfüllung gehen wird. Die Thermometer rund um Spaniens Hauptstadt Madrid kochten die letzten Tage schon auf 40 Grad hoch. Hier wie auch in vielen Regionen Portugals wurde Hitzealarm ausgelöst. Allein in Madrid, schätzt der Klimaforscher Jose Manuel Moreno, steigt durch die Hitze die Sterberate um etwa 20 Prozent.

Reserven nur bis September

Spaniens Umweltministerin Cristina Narbona versucht derweil, den 44 Millionen Spaniern das Wassersparen beizubringen. Nach neun Monaten ohne nennenswerte Regenfälle sind immer mehr Talsperren und Flussbetten fast ausgetrocknet. Das Trinkwasser wird knapp, und zwar so dramatisch, dass die Reserven in manchen Regionen nur noch bis September reichen werden. «Öffnen sie den Wasserhahn nur so lange wie notwendig», fleht Narbona verzweifelt das Volk an.

 

Drohende Wasserkrise in der arabischen Welt

Deutsche Welle 22.6.2005

Obwohl die Golfstaaten pro Kopf nur sehr wenig Wasserreserven haben, sind Bedarf und Verbrauch exorbitant hoch. Deutsche und arabische Experten suchen nach Abhilfe.

Das arabische Wort "al-Bahrain" bedeutet "zwei Meere": Der Inselstaat ist zum einen vom Persischen Golf umgeben - voll ungenießbaren Salzwassers. Zum anderen "sitzen" die Kalksteinfelsen, die das Territorium Bahrains bilden, auf einem Meer von Grundwasser.

Beruhigend ist das nicht: Pro Kopf verbraucht Bahrain mehr als 500 Liter Wasser täglich - das ist drei Mal mehr als der Durchschnittsverbrauch in Europa. 90 Prozent wird dem Grundwasser entnommen. Knapp zehn Prozent des Wasserbedarfs wird seit 1975 aus Meerwasser-Entsalzungsanlagen und Kläranlagen gedeckt. ....

In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein Liter Wasser fast genauso teuer - oder preiswert - wie ein Liter Benzin. Gespart wird nicht: Fast 800 Liter Wasser pro Kopf und Tag werden verbraucht. Das meiste Wasser fließt allerdings nicht durch die Wasserhähne der privaten Haushalte, sondern wird zur Beregnung der kargen Felder der landwirtschaftlichen Betriebe gebraucht. Die Golfstaaten trotzen so der Wüste Obst und Gemüse ab. Zwar nutzen die Emirate zunehmend wiederaufbereitetes Abwasser, aber seit 30 Jahren fällt der Grundwasserspiegel jährlich um ungefähr einen Meter. Über kurz oder lang wird die Versorgung im wesentlichen von Meerwasser-Entsalzungsanlagen abhängen.

Die Golfstaaten haben in den letzten 20 Jahren fast 50 Milliarden Dollar in Meerwasserentsalzungsanlagen investiert. Saudi-Arabien betreibt nahezu 400, Kuwait drei Dutzend, die Vereinigten Arabischen Emirate zirka 100 Anlagen. Diese sind aber nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) häufig veraltet. Marode Kläranlagen ließen zudem Abwasser ins Grundwasser sickern, sagt der Leiter der Auslandshandelskammer des DIHK in Saudi-Arabien, Manfred Rothgänger. Bei der dringend notwendigen Erneuerung der Wasserversorgung in arabischen Ländern winken Milliardengeschäfte für deutsche Unternehmen. ...

Berechnungen des Analysehauses Lux Research aus New York zufolge soll der weltweite Wassermarkt von aktuell 287 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2010 auf 413 Milliarden Dollar expandieren. 

Aber nicht nur Technologietransfer gehört zu einem effektiven Wassermanagement, sondern auch das Wissen um den nachhaltigen Umgang mit der Ressource. "Die deutschen Partner haben hierzu einen wichtigen Beitrag zu leisten - nämlich die Araber aufzuklären, wie sie besser mit Wasser umgehen sollen", sagt Hussain Ibrahim. Denn die Art, wie Menschen Wasser nutzen, wird auch von vielfältigen kulturellen Einflüssen bestimmt. [vollständiger Text]

 

BMBF fördert Forschung für langfristige Wasserversorgung

BMBF-Aktuell Nr. 142/2005: 20.6.2005

Konferenz in Köln präsentiert erste Ergebnisse - Donau und Elbe als Beispiel

Die langfristig gesicherte Versorgung mit Wasser ist weltweit eine der dringlichsten Herausforderungen. Hierfür werden Instrumente für eine vorausschauende Planung und Abwägung gebraucht. Auf einer Konferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) werden am Mittwoch und Donnerstag in Köln die neuesten Ergebnisse aus der Forschung für eine weltweit nachhaltige Wasserversorgung vorgestellt.

Im BMBF-Förderschwerpunkt Globaler Wandel des Wasserkreislaufes (GLOWA) werden Entscheidungsgrundlagen für Planungs- und Investitionsmaßnahmen erarbeitet. Dafür sind computergestützte Simulationsmodelle von Flusseinzugsgebieten verschiedener Klimazonen entwickelt worden. In Deutschland sind die Flüsse Donau und Elbe ausgewählt. Dazu kommen Oueme in Benin, Volta in Ghana und Burkina Faso, Draa in Marokko sowie der Jordan im Nahen Osten. Das breite Spektrum der Regionen ermöglicht einen Austausch von Erfahrungen und Methoden, die auf vergleichbare Regionen übertragen werden können.

Das BMBF fördert GLOWA seit fünf Jahren mit jährlich rund acht Millionen Euro. Der Förderschwerpunkt ist auf neun Jahre ausgelegt. Mehr Informationen über die Konferenz finden Sie im Internet unter www.glowa.org . Zum Thema ist auch eine neue Broschüre des BMBF erschienen, die Sie im Internet unter www.fona.de  finden.

 

Wasserkrise ist Chance für deutsche Firmen

Frankfurter neue Presse 20.06.2005

Von Thilo Resenhoeft,

Hannover. Auf den ersten Blick ist Wasser auf der Erde überreichlich vorhanden. Es nimmt das unvorstellbare Volumen von rund 1,384 Milliarden Kubikkilometer ein. 97,35 Prozent davon füllen jedoch die Ozeane und sind wegen ihres Salzgehaltes ungenießbar. Das lebenswichtige Süßwasser macht nur 2,65 Prozent aus. .... Bereits heute haben 1,3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. 2,6 Milliarden leben ohne sanitäre Grundversorgung. ...

Dem Mangel muss mit großer Mühe und viel Geld begegnet werden. Die Türkei etwa tritt bereits jetzt als Süßwasserexporteur auf und versorgt Zypern mit Trinkwasser – allerdings nicht durch eine Pipeline, sondern mit riesigen Plastiksäcken, die von Schiffen übers Mittelmeer geschleppt werden. Jährlich gelangen 1,7 Millionen Kubikmeter Wasser auf diese Weise zu der Insel, berichtet der Autor und Chemieprofessor Vollrath Hopp in seinem Buch «Wasser – Krise?» (Verlag Wiley-VCH). ....

Zu den Regionen, die sich seit jeher Sorgen um Wasser machen müssen, gehören die arabischen Länder. Diese besitzen zwar zahlreiche Anlagen zum Entsalzen von Meerwasser, diese sind aber nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) häufig veraltet und müssen ersetzt werden. Marode Kläranlagen ließen zudem Abwasser ins Grundwasser sickern, sagt der Leiter der Auslandshandelskammer des DIHK in Saudi-Arabien, Manfred Rothgänger.

Bei der dringend notwendigen Erneuerung der Wasserversorgung in arabischen Ländern sind aus seiner Sicht Milliardengeschäfte für deutsche Unternehmen möglich. Deutsche Firmen hätten bei der Erneuerung der Anlagen enorme Chancen, weil deutsche Technologie und deutsches Know-how in der arabischen Welt einen hervorragenden Ruf hätten, ergänzt Rothgänger.

Den Rahmen für entsprechende Kontakte und mögliche Abschlüsse zwischen deutschen und arabischen Unternehmen bietet von heute an die «1. Deutsch-Arabischen Wasserkonferenz». Bis Dienstag werden auf dem Messegelände in Hannover rund 200 Teilnehmer aus Deutschland, Saudi-Arabien, Bahrain und Kuwait erwartet. ... [vollständiger Text]

 

Mikrokosmos - Das geheimnisvolle Wesen Wasser

P.M. Magazin 07/2005 18.6.2005

Es ist alltäglich – und doch voller Überraschungen: Wasser weist rund vierzig Besonderheiten auf, die bis heute nicht erklärbar sind. Seine Erforschung wird seit Jahren von einer heftigen Debatte begleitet: Ist Wasser nur die chemische Verbindung H2O? Oder hat es ein Gedächtnis? Vielleicht sogar eine Seele?

Wissen Sie, wie Bodenseewasser aussieht? Es zeigt ein blaues, rundes Gesicht. Brunnenwasser aus dem Elsass dagegen hat fein verästelte Kristallstrukturen. Und Wasser aus Peru formt braungelbe konzentrische Kreise. Auf diese unverwechselbaren »Wasser-Charaktere« ist die Universität Stuttgart gestoßen, genauer: das »Institut für Statik und Dynamik der Luft- und Raumfahrtkonstruktionen (ISD)«. Mitarbeiterinnen des Institutsleiters Professor Dr. Bernd Kröplin haben mit sterilen Einwegspritzen Tropfen aus den verschiedensten Wasserproben entnommen und sie auf dem gläsernen Objektträger eines Mikroskops verdunsten lassen. Zurück blieben Reste von Mineralien, Pflanzensäften und anderen Beimengungen des jeweiligen Wassers. Durch das Mikroskop fotografiert, war deutlich zu erkennen, dass sich die Rückstände zu farbenprächtigen Tropfenbildern arrangiert hatten. Und dabei präsentierte jedes Wasser ein ganz individuelles »Gesicht«.

Die Muster der Tropfenbilder, davon ist Kröplin überzeugt, sind kein Zufall. Sie sind der Abdruck eines Geheimnisses im Wesen des Wassers – jenes Urstoffs, der in fast allen Kulturen als Symbol des Lebens gilt. Was sich nach Meinung der Stuttgarter Forscher in den faszinierenden Tropfenbildern ausdrückt, ist die Fähigkeit des Wassers, Informationen zu speichern. Je nachdem, welche Informationen es enthält, bildet es nach dem Verdunsten unterschiedliche Formen. »Wasser hat ein Gedächtnis«, sagt Kröplin. Es »weiß«, woher es kommt, es reagiert auf Menschen und ihre Gefühle – und es kann sogar mit anderen »Wässern« kommunizieren!

Vorstellungen, die mit der Naturwissenschaft nicht vereinbar zu sein scheinen. Aber unumstritten ist: Wasser verhält sich keineswegs immer so, wie es die Regeln der Physik und Chemie erwarten lassen.

 

Rasenschnitt gehört nicht in das Wasser!

Hagenover Kreisblatt 15.6.2005

Sportangler ärgern sich über einige Kleingärtner

Boizenburg (pm) • Seit Jahren hat sich die Unsitte verbreitet, nach dem Rasenmähen das Schnittgut einfach im Wallgraben, Färbergraben oder in der Boize zu entsorgen. Auch Gartenabfälle und sonstiges Schnittgut wird immer öfter so beseitigt. Einige Gartenbesitzer ergreifen auch immer wieder gern die Gelegenheit, bei einer Böschungsmahd seitens des StAUN oder der Stadt ihre Abfälle "unauffällig" mit zu entsorgen.

Die Mitglieder vom Sportanglerverein (SAV) Boizenburg e.V. möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es sich dabei um strafbare Delikte handelt, die in Zukunft auch zur Anzeige gebracht werden. Dies gilt ebenso für die Ablagerung solcher Abfälle im direkten Uferbereich. Gerade im Sommer entsteht erheblicher Schaden an Fisch und Fauna der Gewässer, da das verfaulende Mähgut den Sauerstoffhaushalt des Gewässers empfindlich stört. Ein schönes Bild ist es auch nicht, wenn ständig altes Obst, Blumen-und Pflanzenschnitt herumtreibt.

Gerade zum Stadtjubiläum vermitteln solche Bilder keinen guten Eindruck. Die Sportangler appellieren daher an die Vernunft der Gartenbesitzer. Auch Rasenschnitt lässt sich kompostieren, wenn man es richtig macht. Somit wäre mit dem Schnittgut sogar ein Nutzen zu erzielen.

In Boizenburg gibt es, neben der Kompostierung auf dem eigenen Grundstück und der Biotonne, noch zwei Möglichkeiten: Die GLP aus Hagenow, Tel. 0 38 83/61 83 90, unterhält eine Kompostieranlage in Schwartow, an der Waldstraße. Die Firma Nieder nimmt Kompostiergut im Gewerbegebiet, Gülzestr. 2, an. Es kann kostenfrei von Privathaushalten und Kleingewerbe angeliefert werden. Die maximale Anliefermenge entspricht einer Kofferraumladung bzw. einem kleinen Anhänger voll.

 

Wiener sorgen für 7000 l Abwasser pro Sekunde

VON MICHAEL LOHMEYER (Die Presse) 15.06.2005

Europas modernste Kläranlage steht in Wien - doch für manche Chemikalien ist sie nicht modern genug.

WIEN. "Selten, dass man als Politiker etwas beginnen kann und erlebt, dass man das dann auch zu Ende führen kann." Bürgermeister Michael Häupl erlebte am Dienstag die Ausnahme von dieser Politikerregel. In der Hauptkläranlage in Simmering feierte Häupl mit Umweltstadträtin Ulli Sima ("Ich bin Deine Nachfolgerin - bei der Kläranlage ernte ich, was Du begonnen hast") die Inbetriebnahme der Ausbaustufe (in der Grafik "Biologie II").

225 Millionen Euro hat sie gekostet und in Betrieb ist diese Erweiterung der Kläranlage bereits seit ein paar Wochen. Was Sima als "ökologischen Meilenstein" bezeichnet, ist Know-how der TU Wien und das Verfahren ist patentiert: Die komplette Entfernung des Phosphors aus dem Abwasser. Dadurch wird die Belastung für die Donau - die die Abwasserbranche wie jeden Fluss an einer Kläranlage "Vorfluter" nennt - reduziert.

Helmut Kroiss, Professor am Institut für Wassergüte, Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft an der TU: "Bisher gab es deutliche Unterschiede in der Wassergüte zwischen dem linken Ufer und dem rechten, wo die Abwasser eingeleitet werden. Jetzt ist dieser Unterschied kaum feststellbar." Die Donau habe nun Gewässergüte II, (Güte I steht für Trinkwasserqualität), bisher war sie zwischen Klasse II und III eingestuft.

High-Tech im Kanal sorgt dafür, dass die Kläranlage nicht übergeht: Bei starkem Regen steuern Computer Klappen in den Kanälen das Zurückhalten des Wassers. Die gesamte Kanalisation Wiens fasst soviel Wasser wie die Kläranlage selbst: 500 Millionen Liter Wasser. Bisher waren lediglich grobe Verunreinigungen abgeschieden worden: täglich 15 Tonnen Schotter, zehn Tonnen fester Abfall und fünf Tonnen Sand; und dann in der "Biologie I" Kohlenstoff.

Mildernd, was die Schadstoffbelastung betrifft, hat sich in der Vergangenheit vor allem die Größe des Donau-Stromes ausgewirkt: In ihr fließen pro Sekunde etwa zwei Millionen Liter Wasser. Aus der Kläranlage fließen pro Sekunde 7000 Liter in den Donaukanal und dann weiter in die Donau.

In einem Bereich gibt es allerdings nur geringe Verbesserungen: bei der Entfernung hormonell wirksamer Chemikalien. Diese Gruppe von Chemikalien lagert sich im Körper ab und beeinträchtigt das Immunsystem. Ins Abwasser gelangen sie etwa durch die Rückstände der Anti-Baby-Pille, von Sonnencremes oder Parfums. Viele Wirkungen dieser Substanzen sind unerforscht. ... [weiter]

 

Kanalsanierung verschlingt Milliarden

Pressemitteilung Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, 11.06.2005 12:33

Auf dem Kolloquium in Nürnberg fordern Experten ganzheitliche Konzepte

Auf große Resonanz sind die Nürnberger Kolloquien zur Kanalsanierung an der FH Nürnberg mit dem Thema "Grundstücksentwässerung und Schachtsanierung" gestoßen. Organisiert hat das Kolloquium 2005 jetzt zum vierten Mal die auf den Weiterbildungsbedarf von technischen Fach- und Führungskräften spezialisierte Verbund IQ gGmbH. An der parallel zum Kolloquium stattfindenden Hausmesse beteiligten sich 16 Unternehmen aus Deutschland und Österreich.

134 Entscheidungsträger aus Kommunen und Industrie sowie Bauingenieure aus Tiefbau- und Wasserwirtschaftsämtern, Stadtentwässerungsbetrieben, Umweltbehörden und -verbänden, Bauunternehmen und Ingenieurbüros kamen in die Franken-Metropole, um sich über Grundstücksentwässerung und Schachtsanierung zu informieren. Von den acht praxiserprobten Referenten erhielten die Teilnehmer Einblick in neue Wege, Erkenntnisse und Strategien hinsichtlich der ganzheitlichen Sanierung von Grundstücksentwässerungs- und Schachtsystemen. Auf der Tagesordnung standen neben grundsätzlichen Überlegungen zu den Vorteilen einer ganzheitlichen Sanierungsbetrachtung von Grundstücksanlagen und Schachtbauwerken deren rechtliche Grundlagen, Planungs-, Vergabe- und Überwachungsverfahren sowie Inspektion, Schadenserkennung, Bewertung und Sanierungsmöglichkeiten.

Das große Interesse der Fachwelt am Thema Gundstücksentwässerung hat seinen guten Grund: Bis zum Jahr 2015 sind in Deutschland rund 1,3 Millionen Kilometer private Abwasserleitungen (davon 0,5 Millionen Kilometer gewerblich) auf Grundstücken zu inspizieren und - nach ersten Erfahrungen - zu 90 Prozent zu sanieren - teils aus Altersgründen, teils, weil in der Vergangenheit Leitungen nicht fachmännisch verlegt und angeschlossen worden sind. Durchschnittlich sind nach Darstellung von Referent Robert Thoma, Sachgebietsleiter Kanalinstandsetzung vom Hochbauamt Würzburg, 250 Schäden pro Kilometer zu erwarten - das bedeutet alle vier Meter ein Schaden. Die Inspektion und vollständige Sanierung, berichtete Thoma im Rahmen des Kolloqiums, wird in den kommenden 20 bis 40 Jahren private Investitionen von voraussichtlich 100 bis 200 Milliarden Euro erfordern.

Die Branche ist für die Bewältigung dieser Mammutaufgabe im öffentlichen Netz gut gerüstet. Jedoch mangelt es an technischen Lösungen zur Grundstücksentwässerung zum Beispiel für Dichtheitsprüfungen unter Betriebsbedingungen bei kleineren Nennweiten. Außerdem fehlen die Kapazitäten, um die von staatlicher Seite geforderten Inspektionen und Sanierungen im vorgegebenen Zeitraum bis 2015 bewältigen zu können. Eine Sanierung kann nach Darstellung von Referent Dieter Walter vom Güteschutz Kanalbau e.V. Nürnberg deshalb nur dann erfolgreich sein, wenn beide Partner - sowohl öffentlicher als auch privater Bertreiber - eine ganzheitliche und gemeinsame Sanierung der undichten Kanäle verfolgen. "Wenn wir weiterhin nur das tun, was wir bisher getan haben, werden wir auch nur das erreichen, was wir bisher erreicht haben", mahnte Walter. Da es nach Darstellung der Referenten mit öffentlichen und privaten Auftraggebern in Sachen Grundstücksentwässerung regelmäßig Probleme hinsichtlich der Vorgehensweise gebe, erarbeitet derzeit die DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall) in einer Arbeitsgruppe einen Leitfaden für eine einheitliche Vorgehensweise im Vollzug und bei der Durchführung der Untersuchung, Bewertung und Sanierung. Die Wahl des geeigneten Sanierungsverfahrens unter den gegebenen Rahmenbedingungen trägt entscheidend dazu bei, dass die Funktion der Kanäle auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wieder hergestellt werden kann. Einzelne Bundesländer haben deshalb Entscheidungshilfen in Form von Broschüren und Anleitungen für Grundstückseigentümer zusammengestellt. Denn rechtlich ist jeder Grundstücksbesitzer als Betreiber einer Abwasseranlage dazu verpflichtet, seine Leitungen auf Dichtheit prüfen und gegebenenfalls sanieren zu lassen. Vorher aber, so empfiehlt zum Beispiel das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von Nordrhein-Westfalen, sollten sich private Grundstückseigentümer bei ihrer Kommune darüber informieren, ob in ihrer Straße am städtischen Kanal Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. In diesem Fall könnten Grundstückseigentümer bis zu 50 Prozent Kosten sparen. Grund: Nur bei einer entsprechenden Abstimmung der Sanierung öffentlicher und privater Kanäle kann ein wirksamer Schutz von Grundwasser und Boden gewährleistet werden.

 

Filterbecken soll Umwelt vor Schäden bewahren

NÖN 8.6.2005

BAUMASSNAHMEN / Bundesstraße 5 wird auch vom Waldrapp-Kreisverkehr bis Pfaffenschlag ausgebaut, weniger Kurven und Kuppen vorgesehen.

WAIDHOFEN / Stark steigender Verkehr und damit verbundene zwingend vorgeschriebene Verwendung von Streusalz erforderten die Durchführung von Baumaßnahmen für ein Entwässerungsprojekt entlang der Straße vom Waldrapp-Kreisverkehr Richtung Pfaffenschlag (B 5).

Die Schadstoffe wie Reifenabrieb und Verschmutzungen werden in einem Filterbecken abgesetzt, das salzhältige Wasser in ein Vorflutgerinne abgeleitet. „Durch laufende Untersuchunen der ÖKO-Station Gebharts wird sichergestellt, dass für die umliegenden Bäche und Teiche keine Schäden entstehen“, kann Karl Gutmann von der Straßenbauabteilung Waidhofen Bedenken bezüglich des Umweltschutzes zerstreuen. „Im Zuge der Arbeiten werden auch Kurvenkorrekturen, die Absenkung von Kuppen und eine Verbreiterung der Straße durchgeführt,“ erklärt Gutmann weiter, die Gesamtkosten werden laut Voranschlag etwa 1,850 Mio. Euro betragen. Auch Nebenarbeiten wie Drainageleitungen werden gelegt. ... [weiter]

 

Chinesischen Städten geht das Wasser aus

Wirtschaftswachstum gefährdet Wasserversorgung - Mehr als 100 Städte von Knappheit bedroht

http://derstandard.at/?url=/?id=2071257 - 7.6.2005

Peking - Das rasante Wirtschaftswachstum in China gefährdet die Wasserversorgung in einigen großen Städten. Wie der stellvertretende Bauminister Qiu Baoxing am Dienstag erklärte, ist die Lage so ernst, dass dicht bevölkerte Städte unter Umständen nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden können.

"Auf mehr als 100 von 660 Städten kommt eine extreme Wasserknappheit zu", sagte Qiu auf einer Pressekonferenz. China muss 21 Prozent der Weltbevölkerung mit Wasser versorgen, verfügt aber über nur sieben Prozent der Wasservorräte.

Die Regierung hat in den vergangenen Jahren versucht, Umweltschäden trotz der Wirtschaftsentwicklung gering zu halten, die Qualitätsstandards für Luft und Wasser zu verbessern und die Abholzung einzuschränken. Dies alles hatte jedoch nur mäßigen Erfolg.

Abwässer

Die beschränkten Wasservorräte führten im April dieses Jahres zu Streitigkeiten. In der östlichen Provinz Zheijang gab es bei Auseinandersetzungen mit der Polizei mehrere Verletzte, als diese gegen Dorfbewohner vorging, die einen Industriekomplex besetzt hatten. Dessen Abwässer hatten offenbar die Ernte vernichtet. ... [weiter]

 

Student trank zu viel Wasser

Gemäß einer dpa-Meldung vom 6.6.2005 hat ein 21 Jahre alter Mannmit einer lebensgefährlichen Wasservergiftung  in den Niederlanden seine Aufnahme in eine studentische Verbindung bezahlt. Nachdem er in kurzer Zeit mehrere Liter Wasser getrunken hatte, erlitt der Student einen schweren epileptischen Anfall und fiel in ein Koma. Erst nach eineinhalb Tagen kam er in der Intensivstation eines Krankenhauses wieder zu Bewusstsein. Laut der Zeitung „Algemeen Dagblad” habe er ungefähr sechs Liter Wasser trinken müssen.