Dünger, Düngemittel

(fertiliser) Alle dem Boden zur Düngung zugeführten Stoffe, die dessen Fruchtbarkeit und Ertragsfähigkeit fördern und geeignet sind, die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse günstig zu beeinflussen. Dabei handelt es sich um anorganische oder organische Pflanzennährstoffe, die frei oder an Träger gebunden vorliegen. Zu den althergebrachten wirtschaftseigenen Düngemitteln (z.B. Stallmist) kamen vor allem im 20. Jahrhundert mineralische Düngemittel. Ihre in Salzform vorliegenden Pflanzennährstoffe entstammen entweder der chemische Synthese oder natürlich vorkommenden Mineralien. Die gezielte Versorgung der Pflanzen mit Haupt- und Spurennährstoffen gelingt am sichersten durch Mineraldünger, Einnährstoffdünger, Flüssigdünger, Gülle, Grunddüngung, Gründüngung, Kalidünger, Phosphatdünger, Stickstoffdünger, Mehrnährstoffdünger, Spurenelemente.

Die in der Landwirtschaft eingesetzten phosphat- und stickstoffhaltigen Düngemittel gelangen über das Grundwasser in die Flüsse und dann ins Meer. Algen nehmen diese als Nährstoffe auf. Bei einem Überangebot an Nährstoffen kann es zu einer für andere Lebewesen des Meeres bedrohlichen Massenvermehrung einer Algenart kommen (Eutrophierung). 

1998 wurden gemäß  Umweltbundesamt ca. 400000 Tonnen chemisch gebundener Stickstoff und ca. 5000 Tonnen chemisch gebundener Phosphor allein aus dem deutschen Einzugsgebiet in die Nordsee geleitet. Eine Minderung könnte zum Beispiel durch den verantwortungsvollen Einsatz von Düngemitteln oder durch die biologisch-dynamische Anbauweise auf den Feldern erreicht werden. 

Unbelasteter Klärschlamm aus Hauskläranlagen ist ein wertvoller Dünger, solange die Einleiter vernünftig mit Abwasser umgehen. 

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