Emscherbrunnen

(Imhoff tank) Auch Imhoff-Tank genannt.

Der Emscherbrunnen ist ein zweistöckiges Bauwerk in dem Absetz- und Faulprozesse getrennt stattfinden. Das Verfahren findet hauptsächlich als mechanische Kläranlage oder als Vorklärung innerhalb einer Kläranlage Verwendung.
Für dezentrale Kläranlagen in dieser Bauweise gibt es Nachrüstsätze, die eine Dreikammerklärung ermöglichen.

Die Idee den Absetz- und Faulprozess in einem Bauwerk zu trennen kommt von dem amerikanischen Chemiker Clark. Travis entwickelte diese Idee weiter und verwirklichte erstmals 1903 eine solche Anlage. Imhoff schaffte es schließlich beide Prozesse wirklich getrennt in einem Bauwerk zu realisieren und patentierte 1906 dieses Verfahren.

Unterhalb des horizontal durchströmten Absetzbeckens befindet sich der Faulraum. Die konisch (45°) zulaufende Trenndecke zwischen den Räumen, also die Sohle des Absetzbeckens besteht aus Stahlbeton. Die absinkenden Schlammflocken gelangen u.a. durch Längsschlitze in dieser Decke in den Faulraum. Der Schlamm kompaktiert und eine anaerobe Faulung setzt ein. Die durchschnittliche Ausfaulzeit des Schlammes beträgt, abhängig von der Abwassertemperatur, 3 Monate.  Das verdrängte Schlammwasser wird bei dieser Variante durch den nachrutschenden Schlamm auf dem Absetzbeckenboden gefiltert und somit von auftreibenden Schlammflocken gereinigt.
Durch die einfache Konstruktion und den günstigen Betrieb der Emscherbrunnen wurden sie bald Weltweit eingesetzt. 

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