Wasser-Wissen


Schönungsteich, Speicherteich

(polishing pond) Schönungsteiche sind Abwasserteiche, die der weitergehenden Reinigung biologisch gereinigten Abwassers vor der Einleitung in sensible Vorfluter dienen. Sie sind ein einfaches Verfahren zur Ablaufverbesserung hinsichtlich Schwebestoffen, organischer Restbelastung (BSB5, CSB), Stickstoff, Phosphor und Krankheitskeimen. Algenwachstum in der warmen Jahreszeit kann allerdings dazu führen, dass der Ablauf des Schönungsteiches eine schlechtere Beschaffenheit hat als sein Zulauf (Sekundärverschmutzung).

Für die Bemessung bis 50 EW gibt es keine Normung. Anhaltspunkte liefert das Arbeitsblatt A 201 "Grundsätze für Bemessung, Bau und Betrieb von Abwasserteichen für kommunales Abwasser" der Abwassertechnischen Vereinigung ATV. Die Verweilzeit beträgt 1 bis 5 Tage bei einer Wassertiefe von 1 bis 2 m. Die Art der Schlammräumung muss bereits bei der Auslegung berücksichtigt werden

Im Bereich von Kleinkläranlagen wurden Schönungsteiche wiederholt nach kleinen Pflanzenkläranlagen für Einzelhäuser errichtet. Dabei stand oft die Funktion als Speicherteich für die Nutzung gereinigten Abwassers bei der Gartenbewässerung im Vordergrund.

Allgemeingültige Aussagen über die Reinigungswirkung sind nicht möglich, weil die Wirkung eines Schönungsteiches von der Beschaffenheit des Zulaufes, von der Durchflusszeit und von der Jahreszeit abhängt. Sofern keine Sekundärverschmutzung durch Algen gegeben ist, kann aber bei allen maßgeblichen Parametern zumeist eine wesentliche Abnahme auf weniger als die Hälfte der Zulaufkonzentration erwartet werden.

Der Wartungsaufwand für Schönungsteiche ist sehr gering. Der Schlammanfall hängt in erster Linie von der Art und Leistung der vorgeschalteten Reinigungsstufen ab. Im allgemeinen ist der Schlammzuwachs jedoch so gering (wenige cm im Jahr), dass mit einer Räumung nur alle fünf bis zehn Jahre zu rechnen ist. Der in mehrjährigen Abständen auszuräumende Schlamm ist zumeist gut stabilisiert.