Wasser-Wissen



Schwefelsäure

(sulphuric acid)  H2SO4, wichtige anorganische Säure, stark ätzende, klare Flüssigkeit. Schwefel bildet schwefelsaure Salze, die technisch wichtige Grundchemikalien darstellen, z.B. zur Erzeugung von Düngemitteln, Farbstoffen, Waschmitteln (Detergentien) sowie zur Herstellung von Arzneimitteln, Kunststoffen etc. Produktionsmenge 1991, früheres Bundesgebiet: 2,5 Mio. t Schwefelsäure. Durch die Verklappung von verdünnter Schwefelsäure (Dünnsäure), die bei der Titandioxid-Herstellung nach dem Sulfatverfahren anfällt, werden die Meere stark belastet. Schwefelsäure-Dämpfe bzw. -Nebel reizen stark die Augen, Atemwege, die Nasen- und Rachenschleimhäute und führen zu Zahnschäden. MAK-Wert: 1 mg/m3 (Säuren). 

Schwefelsäure kann in nicht ganz kleinen Mengen nur neutralisiert ins Abwasser gegeben werden. Zwar würden beim Entsorgen konzentrierter Säure in den laborüblichen Mengen wohl nicht gleich die Klärwerke wegen Übersäuerung Probleme kriegen, aber zumindest die hauseigenen Leitungen würden das auf die Dauer übel nehmen. Bedauerlicherweise werden zum Neutralisieren erhebliche Mengen Base benötigt und es ist zweifelhaft, ob dafür immer eine ausreichende Menge Substanz bereitsteht, die man gerade ebenfalls als Abfall entsorgen will. Vielmehr wird man dazu meist eine reine Chemikalie opfern müssen. Letztendlich sind also Ressourcen vergeudet und das Abwasser deutlich aufgesalzen worden und deshalb stellt sich die Frage, ob es nicht wenigstens ein paar Gelegenheiten gibt, wo sich das vermeiden lässt.

Schwefelsäure wird auch als Neutralisationsmittel für alkalische Abwässer verwendet. Vielfach wird die ca. 33%ige Säure (Akkusäure) verwendet. Dabei ist zu beachten, dass bei Schwefelsäureeinsatz der Sulfatgehalt des Wassers übermäßig ansteigen kann und dadurch Betonschäden an den Kanalrohren verursacht werden.