Wasser-Wissen


Seife

(soap) Seifen sind zumeist anionisches Tenside aus ehemals tierischen oder heut zumeist pflanzlichen Fetten und Ölen. Chemisch betrachtet sind Seifen Alkalisalze höherer Fettsäuren, also Natrium- oder Kaliumsalze mit mindestens acht Kohlenstoffatomen. Durch Mischen verschiedener Fette und Öle werden je nach Bedarf die Eigenschaften der Seife beeinflusst, wie z.B. grober oder feiner Schaum, der mehr oder weniger lange hält).

Die erforderlichen Fettsäuren (Carbonsäuren) werden in einem Siedeprozess aus Fetten und Natron- oder Kalilauge freigesetzt. Sie werden in der Regel mit Soda neutralisiert. Die festen Natriumseifen sind die bekannten Kernseifen und werden zur Wäschereinigung verwendet. Die pastösen Kaliumseifen sind als Schmierseife bekannt.

Zu den Merkmalen der Seife gehört ihre hohe Härteempfindlichkeit. Ab ca. 10° dH (siehe Wasserhärte) kommt es zu einer Blockierung der Carboxylgruppe der Seife durch Kalzium- und Magnesium-Ionen und zu Bildung unlöslicher Kalkseife, die nur eine geringe oder keine Waschkraft hat. Sie kann sich als Inkrustation auf Textilien und Maschinenteilen ablagern (zumeist sichtbar im UV-Licht). Dieser Prozess kann mit Hilfe von Enthärtern verhindert werden. 

Seife gilt in der Regel als leichter biologisch abbaubar als die meisten synthetischen Tenside. Beim Eintritt der Seife in die Abwässer bilden sich durch Reaktion mit vorhandenen Salzen und Säuren sofort Kalkseife und Fettsäuren, beides unlöslich und nicht oberflächenaktiv. Später erfolgt ein Zersetzungsprozess durch die im Abwasser lebenden Mikroorganismen (Totalabbau oder Mineralisation) zu Kohlensäure und Natriumhydrogencarbonat, in neutralem Abwasser . Fettstoffe, wie in Seife und Kalkseife vorhanden, sind auch Bestandteile lebender Zellen und Stoffwechselprodukte der beim Abbau aktiven Mikroorganismen und gelten somit als ohne negative Wirkung für Abwasser und Gewässer.

In der Regel ist Seife in 24 Stunden zu 80% und in ca. drei Tagen zu 99% abgebaut. Die Abbaugeschwindigkeit hängt allerdings auch entscheidend von der Seifenkonzentration und von der Art der Fettsäuren ab. 

Unabhängig vom Abbauprozess der Mikroorganismen im Abwasser führt die Kalkseifenbildung und damit bewirkte Fällung dazu, dass sich die Tensidbestandteile zu 60 - 70% in der Vorklärung absetzen kann und mit dem Klärschlamm entfernt wird.

Im Gegensatz zu synthetischen, auf petrochemischer Basis hergestellten Tensiden beruht die Seifenherstellung auf einer natürlichen, nachwachsenden Rohstoffbasis. Zum Einsatz kommen vor allem Kokos- und Palmkernöl. 

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