Wasser-Wissen


 

Sickermulde (Rieselwiese)

Eine Sickermulde dient der großflächigen, oberirdischen Einbringung gereinigter Abwässer in den Untergrund. Es handelt sich um ein flaches bewachsenes Erdbecken mit durchlässiger Sohle, welches intermittierend mit gereinigtem Abwasser beaufschlagt wird.

Für Sickermulden (Rieselwiesen) gibt es keine Normung. Das Merkblatt Nr. 3 Abwasserbeseitigung im Außenbereich (Kleinkläranlagen) des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen empfiehlt je nach der Durchlässigkeit des Untergrundes eine Fläche ASM = 5 bis 10 m2 / EW.

Die Anwendung ist verfahrensbedingt nicht begrenzt. Die Reinigungswirkung besteht in der vollständigen Zurückhaltung von Schwebstoffen, einer Reduzierung bei BSB, CSB und Ammonium-Stickstoff sowie bei eisenhaltigem Untergrund in einer gewissen Phosphorelimination. Diese Wirkungen lassen sich allerdings in der Regel nicht nachweisen, weil die Entnahme repräsentativer Wasserproben aus dem Untergrund nur schwer möglich ist. Bei richtiger Bemessung fallen keine zu entsorgenden Reststoffe an, da sich im natürlichen Untergrund ein Gleichgewicht zwischen der entstehenden bzw. abfiltrierten Biomasse und dem gleichzeitigen Gefressen werden der Biomasse durch höhere Organismen einstellt.