Binsen

(bulrushes) Binsen gehören wie Schilf zu der Familie der Feuchtlandpflanzen und wurden Mitte des 20 Jh. als erste für die Abwasserreinigung eingesetzt. Sie sind hierfür durch vier besondere Eigenschaften geeignet:

  • Sie besitzen in ihren Halmen ein Luftleitgewebe, so dass ihre unterirdischen und auch im Wasser eingetauchte Organe im Gegensatz zu anderen Pflanzen verstärkt mit Sauerstoff versorgt werden, so dass sich dort ein umfangreiches aerobes Bakterienmilieu entwickeln kann. 
  • Sie können sich sowohl über Samen, als auch über ein umfangreiches unterirdisches Leitgewebe vermehren, wo sie auch im Winter unterirdisch weiterwachsen und über die Rhizome große Mengen von Nährstoffen speichern können, was für den Betreib einer Pflanzenkläranlage im Winter bedeutsam ist. 
  • Sie vertragen auch längerfristige Trockenheit und sind im Gegensatz zu Schilf gegen Insektenfraß unempfindlicher, da sie vermehrt Quarz in ihre Blätter einlagern. 
  • Alle Binsenarten können hartnäckige gefährliche Schadstoffe z.B. Erdölabbauprodukte abbauen und Schwermetalle in ihrem Gewebe speichern.

Als nachteilig gegenüber Schilf gilt ihre geringere Nährstoffaufnahmefähigkeit gegenüber Düngerrückständen, die beim Einsatz von Binsen in Pflanzenkläranlagen durch eine höhere Pflanzdichte ausgeglichen werden kann.

Als besonders geeignet für Klärzwecke gelten folgende drei Binsenarten:

  1. Blaubinse (Juncus inflexus): horstartiges Gras von bis zu 0,8 m Höhe, bevorzugt kalkhaltige Böden.
  2. Flatterbinse (Juncus effusus): hostartiges Dauergras von bis zu 0,8 m Höhe und im Gegensatz zur Blaubinse dunkelgrün. Bevorzugt saures Bodenmilieu.
  3. Teichbinse (Schoenoplectus lacustris), wächst an Teichrändern und vor allem in Ufernähe und wir bis zu 1,5mhoch. Sie gilt als effektiv beim Metabolismus der Abwasserinhaltsstoffe und somit für den Einsatz in Pflanzenkläranlagen als gut geeignet.

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