Wasser-Wissen



Gülle

(liquid manure) Mischung aus zumeist tierischem Kot, Harn und Einstreu sowie Futterbestandteilen aus der Viehhaltung mit unterschiedlichem Anteil an Wasser. Im Gegensatz dazu besteht Jauche zum einen Teil aus Harn, zum anderen aus Sickersaft des Festmiststapels und Wasser verschiedener Herkunft. Häufig wird Gülle als wirtschaftseigener Dünger eingesetzt, wobei es nur in dem zeitlichen und mengenmäßigen Umfang eingesetzt werden darf, indem die darin enthaltenen Nährstoffe, insbesondere Nitrat, von den Pflanzen weitestgehend ausgenutzt werden und Einträge in Gewässer vermieden werden. Auch bei unsachgemäßer Handhabung und Lagerung der Gülle können Umweltschäden auftreten. 

In Deutschland fallen jährlich ca. 170-200 Mio. t Flüssigmist und 70-100 Mio. t Festmist an. Diese tierischen Abfallstoffe stellen einerseits für die Landwirtschaft eine wertvolle Nähstoffressource dar und führen andererseits in Regionen mit hohem Tierbestand zu erheblichen Umweltbelastungen. Um eine umweltverträgliche Verwertung des Wirtschaftsdüngers auch in Regionen mit hohem Tierbesatz zu ermöglichen, werden teils sehr unterschiedliche Verfahren eingesetzt, die zumeist an eine biologische Abwasserreinigung gekoppelt sind. Gleichzeitig können Aufbereitungsanlagen mittels Biogas zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden. Je nach Aufbereitungsgrad kann die abgetrennte Flüssigphase als nährstoffarmes Beregnungswasser genutzt oder als gereinigtes Abwasser abgeleitet werden.

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