Wasser-Wissen


Acrylnitril

(acrylonitrile)

Stoffsystem

Acrylsäurenitril (ACN) ist eine farblose, klare Flüssigkeit, giftig, haut- und schleimhautreizend. Acrylnitril ist eine sehr reaktive Verbindung.

Physikalische und chemische Eigenschaften

Aussehen  farblos Schmelzpunkt  -83 °C
Geruch schwach stechend (senfölartig) riechend Siedepunkt   77 °C
Molmasse 53,1 g/mol Dichte  ( ° C)  0,81 g/cm3
Zustand bei 20 ° C flüssig Löslichkeit in Wasser 73 g/ll bei 20 °C

Herstellung und Anwendung

Acrylnitril wird durch katalytische Oxidation von Propylen und Ammoniak durch Luft hergestellt.

Es ist ein Rohmaterial für die Herstellung von Kunstfasern, Kunststoffen und synthetischem Kautschuk. Die vielseitige Verwendung des Acrylnitrils ist unter anderem deshalb möglich, weil Acrylnitril mit anderen ungesättigten Verbindungen Co-Polymerisate bilden kann, weshalb es als Komponente für Kleber, Antioxidantien, Farbstoffbinder, Emulgatoren und Lösungsmittel verwendet wird.

Das dominierende Herstellungsverfahren ist der Sohio-Prozess, bei welchem Propen durch Ammoniak oxidiert wird. Weitere Schritte schließen eine Destillation ein. In den Destillationskolonnen verbleibt ein hochkonzentriertes Abwasser (CSB-Gehalt bis 20000 mg/l), welches gesondert behandelt werden muss. Die flüssigen Rückstände aus dieser Behandlung werden thermisch verwertet.

Umwelteinfluss und Gesundheit

Acrylnitril gilt als cancerogen. Die Toxizität von Acrylnitril beruht bei der Resorption durch Haut oder Lunge auf der spontanen, nicht enzymatischen Alkylierung von Proteinen im Organismus. Es ist als stark wassergefährdend in die Wassergefährdungsklasse (WGK) 3 eingestuft.

Abwasserreinigung/Trinkwasseraufbereitung

Besondere Erwähnung finden Alkene in der "Gesetzlichen Begrenzung von Abwasseremissionen aus der Herstellung von Kohlenwasserstoffen und organischen Grundchemikalien" (BGBl. II Nr. 7 / 1999).

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