Faulschlamm

(digested sludge) Feinkörniges, graues bis tiefschwarzes Sediment in Gewässern; entsteht unter Sauerstoffabschluss aus biochemisch umgewandelten Pflanzen- und Tierresten. Die Reststoffe werden von Mikroorganismen im Wasser abgebaut, wozu sie Sauerstoff benötigen. Wenn zu große Mengen Faulschlamm vorhanden sind, wird zu viel Sauerstoff verbraucht, der anderen Lebewesen im Wasser fehlt; außerdem gelangen die im Faulschlamm enthaltenen Nährstoffe wieder in das Wasser (Eutrophierung).

Faulschlamm beinhaltet hohe Anteile an halbzersetzten organischen Verbindungen, sowie Kalk und Verbindungen des Schwefel u.a.. Durch Bildung von freiem Schwefelwasserstoff entsteht ein fauliger Geruch.

Die Zerkleinerung von Klär- oder Faulschlämmen durch die Einwirkung äußerer Kräfte wird  Desintegration genannt.

Faulschlamm gilt als Vorstufe bei der Erdölbildung (siehe auch Klärschlamm, Frischschlamm). Er kann landwirtschaftlich verwertet werden, wenn die Anforderungen der Klärschlamm-Verordnung eingehalten werden. 

Faulschlämme aus Süßwassergewässern werden in der Regel als Sapropel bezeichnet.