Wasser-Wissen

 

Schwefelwasserstoff

(hydrogen sulphide) Schwefelwasserstoff (H2S) ist ein nach faulen Eiern riechendes, sehr giftiges Gas, wobei der Geruch dieses farblosen Gases noch in einer Verdünnung von 0,1 ppm vom Menschen wahrnehmbar ist. Der MAK-Wert liegt bei 10 ml/m3 (ppm) entsprechend 15 mg/m3

In der Umwelt kommt Schwefelwasserstoff häufig vor (Mineralquellen, Gewässer, Abwässer). Es entsteht sowohl in der Natur als auch in technischen Prozessen durch anaerobe Abbauvorgänge und ist in der Abwassertechnik sehr unerwünscht.

Schwefelwasserstoff wird industriell u.a. zur Veredelung von Schmierstoffen, in Medikamenten und in  einigen Pestiziden eingesetzt.

Im Klärwerk kann Schwefelwasserstoff u.a. im Faulbehälter entstehen. Im Faulschlamm werden organische Verbindungen des Schwefel und anorganische Sulfate von bestimmten Mikroorganismen (sog. Desulfurikanten) zu Schwefelwasserstoff reduziert. Gasförmiger Schwefelwasserstoff ist neben Methan, Kohlendioxid, Wasserstoff und Stickstoff Bestandteil des Faulgases. Allerdings hat Schwefelwasserstoff eine direkt toxisch Wirkung auf viele andere Mikroorganismen des Faulschlamms, vor allem auf die empfindlichen Methanbakterien. Darüber hinaus konkurrieren die Desulfurikanten mit den Methanbildnern um Wasserstoff und behindern somit den Prozess der angestrebten Methanbildung.

Sowohl Schwefeldioxid selbst als auch die mit Wasserdampf entstehenden Reaktionsprodukte Schwefelsäure bzw. schwefelige Säure stellen Luftschadstoffe für Mensch und Umwelt dar und sind u.a. relevant für den sauren Regen

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