Huminsäuren

(humic acid) Huminsäuren sind Säuren, die sich zumeist aus Resten abgestorbener Lebewesen im Boden bilden.

Stoffsystem

Huminsäuren können mit ihren vielseitigen funktionellen Gruppen als Polyelektrolyte betrachtet werden. In Wasser dissoziieren Polyelektrolyte in ein elektrisch hoch geladenes Polyanion und eine entsprechende Anzahl von Kationen.

Herstellung und Anwendung

Die oben genannte Polyanionen bieten verschiedenen Kationen (z.B. Schwermetallen und Protonen) vielfältige Reaktionsmöglichkeiten. Huminstoffe zählen deshalb zu den wichtigsten Sorbenten für Schwermetallkationen (Blei, Kupfer) in Böden. Hinsichtlich ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften sind Huminstoffe jedoch sehr unterschiedlich zu charakterisieren. 

Huminstoffe und -säuren werden u.a. verwendet

  • als Bodenverbesserungsmittel (Düngemittel),
  • als Pflanzenverstärkungsmittel (Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge),
  • zur Förderung der Lagerfähigkeit von Früchten,
  • zur Absorption von Schwermetallen im Klärschlamm
  • zur Beschleunigung des Abbaus von Schädlingsbekämpfungsmitteln (Insektizide)

Umwelteinfluss und Gesundheit

Mögliche schädliche Wirkungen von Huminsäuren auf den Menschen sind zumeist indirekter Art: In Wasser gelöste Huminsäuren binden Spurenelemente wie Jod an sich, wodurch sie für den Körper nicht mehr zur Verfügung stehen, was z.B. zu Jodmangel führen kann.

Abwasserreinigung/Trinkwasseraufbereitung

Huminsäuren werden i.d.R. mit Aktivkohlefiltern oder Membranverfahren (Umkehrosmose) aus dem Wasser entfernt. 

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