Vinylchlorid

(vinyl chloride) Chlorethen, Chlorethylen, VC, VCM

Stoffsystem

Vinylchlorid ist ein Farb- und geruchloses, in höheren Konzentrationen süßlich riechendes Gas. Es ist leicht entflammbar, die Explosionsgrenzen in Luft liegt bei 3,8-31%. 

Physikalische und chemische Eigenschaften

Aussehen  transparent Schmelzpunkt -154 °C
Geruch geruchslos bis süßlich Siedepunkt  -13.7 °C
Molmasse 62,5  g/mol Dichte  ( °C)
Zustand bei 20 °C gasförmig Löslichkeit in Wasser (20 °C, 1 bar) 3424 mg/l

Herstellung und Anwendung

Aus Ethylen und Chlor wird Dichlorethan hergestellt, das in einem nachgeschalteten Schritt unter Abspaltung von Chlorwasserstoff zu Vinylchlorid  umgesetzt wird.

Vinylchlorid wird über eine Destillation von allen unerwünschten Bestandteilen gereinigt und kann so hochrein als Monomer zur Herstellung von PVC eingesetzt werden.

Umwelteinfluss und Gesundheit

Unter Lichteinwirkung wird Vinylchlorid, mit einer Halbwertszeit von 2-3 Tagen abgebaut. Abbauprodukte von Vinylchlorid sind u.a. Chlorethylenoxid und Chloracetaldehyd. Ohne Lichteinwirkung, u.a. im Boden und im Grundwasser, verläuft der Abbau wesentlich langsamer bis hin zu mehreren Jahren.

Vinylchlorid ist stark wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 2), da es toxisch wirkt. Zudem ist es mutagen und teratogen.

Die festgelegte Technische Richtkonzentration (TRK) beträgt 2 bis 3 ppm (MAK III A2). In der Gefahrstoffverordnung ist für Vinylchlorid ein Alarmschwellenwert von 15 ppm als Stundenmittel zum Schutz der Gesundheit von Arbeitnehmern festgelegt. Der Geruchsschwellenwert liegt bei ca. 4.000 ppm, d.h. lange bevor die Gefahr gerochen werden kann, treten Schäden auf.

Abwasserreinigung/Trinkwasseraufbereitung

Die Bestimmung von Vinylchlorid im Abwasser ist in der DEV festgelegt. Einige angaben zu Grenzwerten bei der Vinylchloridproduktionen sind in der Abwasserverordnung enthalten. Klärschlämme der Vinylchloridbelasteten Abwässer können mit Dioxinen belastet sein. Eine biologischer Abbau gilt als grundsätzlich möglich, erfordert aber spezifische Bedingungen.

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