Wasser-Wissen

Adsorbens

In der Regel Feststoffstoffe, die durch eine geeignete Oberfläche die Anlagerung von fremden Stoffen durch molekulare Bindungskräfte ermöglichen.

Das bekannteste Adsorptionsmittel (Adsorbens) ist Aktivkohle (Aktivkohlefilter) und wird in bestimmten industriellen Bereichen im Aktivkohlefilter auch zur Abwasseraufbereitung eingesetzt.. Adsorberharze finden bei der Entfernung von organischen Verbindungen, wie Farbstoffen, Tensiden, Ölen und Fettsäuren Verwendung. Aktivierte Tonerde (Aluminiumoxid) als Sorbens wird zur Entfernung von polaren, hydrophilen organischen Stoffen eingesetzt. Aktivkohle ist ein bevorzugtes Filtermaterial zur Abtrennung von hydrophoben organischen Verbindung, insbesondere von chlorierten Kohlenwasserstoffen.

Tabelle der gängigsten Adsorbentien

Produkt Oberfläche in m2/g Schüttgewicht in kg/m3
Aktivkohle 500 - 1400 300 - 500
Kieselgel 250 - 850 400 - 800
Aluminiumoxid 300 - 350 700 - 800
Bentonit 60 - 300 700 - 800
Hydroxide 500 - 2500 100 - 500
Zeolithe 250 - 600 400 - 800

Adsorbentien werden i.d.R. im Durchlaufverfahren oder Einrührverfahren eingesetzt.

Durchlaufverfahren

Beim Durchlaufverfahren strömt das zu reinigende Medium durch ein Festbett mit dem Adsorbens. Häufiges Beispiel sind Aktivkohlepatronen zur Reinigung von Trinkwasser oder zum Entfernen von Lösemittelrückständen oder Farbstoffen.

Dieses Verfahren eignet sich vor allem bei relativ schwacher Belastung des Abwassers und wenn keine klebrigen Stoffe im Abwasser vorhanden sind, welche die aktiven Poren oder das Festbett verstopfen. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt in der einfachen Anlagetechnik. Die Anwendung erfolgt i.d.R. bei schwach belastete Wässer mit genau definierten Inhaltsstoffen.

Einrührverfahren

Beim einrührverfahren wird das Adsorbens im zu reinigenden Medium suspendiert. Sie kommen meistens zur Anwendung, wenn befürchtet werden muss, dass klebrige Stoffe das Adsorptionsmittel versiegeln könnte, oder die Schmutzfracht derart hoch ist, dass eine laufende Zugabe von Adsorptionsmittel nötig ist.

Zu den Einrührverfahren zählt auch das Hydroxidverfahren, welches auf der Herstellung bzw. Fällung von frischem Metallhydroxid im Abwasser basiert. Dazu werden meistens Aluminium-, Eisen- oder Calciumsalze verwendet. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht in der laufenden Zugabe bzw. im ständigen Auswechseln des Adsorptionsmittels. Die Anwendung erfolgt bei Bedingungen, welche nicht konstant sind und eine höhere Belastung vorliegt.