Paradichlorbenzol (PDCB) 

Stoffsystem

PDCB gehört zur Gruppe der chlorierten Kohlenwasserstoffe (CKW) und gilt als schwerflüchtige, lipophile Substanz.

Herstellung und Anwendung

PDCB ist ein Nebenprodukt der Produktion des Lösemittels Monochlorbenzol. Obwohl es sich um ein unerwünschtes Abfallprodukt handelt, wird es als Wirkstoff gegen Motten (Mottenkugeln) und Mehltau in Pestiziden vertrieben. 

Früher wurde PDCB in WC-Duftverbesserern als sogenannte WC-Beckensteine  jahrelang als Mittel zur Desinfektion eingesetzt, allerdings ohne wissenschaftliche Absicherung. Die Steine haben keinerlei keimreduzierende Wirkung und gelten somit als ungeeignet für die Desinfektion. Daher wurde der Verdacht geäußert, dass eine kostengünstige Entsorgung für ein Abfallprodukt erschlossen wurde. Da dieser Verdacht zunehmend verbreitet wurde, stellten die Hersteller von WC-Beckensteinen auf andere Rohstoffe um und heute wird zumeist mit dem Slogan "frei von Phosphaten und Paradichlorbenzol" geworben, da beides die Klärwerke zusätzlich belasten würde.

Umwelteinfluss und Gesundheit

PDCB gilt als schlecht abbaubar und findet sich heute weltweit in der Luft und im Wasser. In der Umwelt konzentriert sich Paradichlorbenzol vorzugsweise in der Luft. Bei Großstadtbewohnern fand sich in Untersuchungen Paradichlorbenzol im Fettgewebe und im Blut. Paradichlorbenzol wirkt haut- und augenreizend und verursacht neurologische Störungen. Paradichlorbenzol gilt zudem als kanzerogen

Seit 1993 wurde der Einsatz von PDCB als Wirkstoff in Österreich verboten. Im EU-Gebiet besteht eine Kennzeichnungspflicht, falls ein Produkt mindestens 0,2 Gew.% PDCB enthält. Sie gelten als abwasserbelastend.

Abwasserreinigung/Trinkwasseraufbereitung

Die wesentliche Belastung des Abwassers mit PDCB erfolgte über die WC-Beckensteine und wird in manchen Amtsblättern als "umweltschädliches Mittel" eingestuft. 

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