Krankenhausabwässer 

(hospital waste water, hospital sewage) Alle Abwässer, die in oder durch einen Krankenhausbetrieb anfallen. Krankenhäuser entsorgen das "krankenhaustypische" Abwasser i.a. als Indirekteinleiter in die öffentliche Kanalisation und tragen entsprechend zur Abwasserzusammensetzung in kommunalen Kläranlagen bei. Krankenhausabwässer enthalten u.a. AOX aus z.B. Röntgenkontrastmitteln und chlorhaltigen Desinfektionsmitteln sowie Medikamente, Zytostatika, Antibiotika und Krankheitserreger.

Krankenhausabwässer unterscheiden sich insbesondere aufgrund seuchenhygienisch bedenklicher Keime und mutagen wirkenden Stoffen von kommunalem Abwasser und müssen daher gesondert behandelt werden. Probleme für Personal und Patienten können auch durch Besiedlung mit Bakterien in der Wasseraufbereitung entstehen, beispielsweise durch Legionellen. Krankenhäuser haben einen hohen spezifischen Wasserbedarf (250-1000 l/Bett und Tag) und hohe Schadsstofffrachten.

 

Quelle: Abwasserbelastende Stoffe und Abwassersituation in Kliniken - chemische und ökotoxikologische Untersuchungen - Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes Berlin in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg, F + E 102 06 514, UBA-Texte 74/95, August 1995

Krankenhäuser mit nuklearmedizinisch-therapeutischen Stationen unterliegen neben dem §7 des Wasserhaushaltsgesetz (WHG) auch noch der Strahlenschutzverordnung (StrSchVO). Radioaktive Abwässer müssen zum Abklingen der Radionukleide ca. 160 Tage im Klinikbereich gelagert werden. Die dafür benötigten Speicherbehälter, Räumlichkeiten, Überwachung und Verwaltung übersteigen in der Regel die Möglichkeiten einer Klinik. Die Trennung von kontaminierten und unbedenklichen Abwässern (Teilstrom), die zu einer erheblichen Einschränkung des Wasservolumens führen würde, belastet den Arbeitsablauf der Klinik und verlangt neben zusätzlichen baulichen Maßnahmen auch veränderte Verhaltensweisen und Technologien, so dass es bisher nur in Forschungs- und Modellprojekten realisiert wurde.

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