Wasser-Wissen



Selbstreinigung im Gewässer

(self purification) Das Vermögen eines Gewässers, mit Hilfe von pflanzlichen und tierischen Organismen (Saprobien) eingeleitete organische Verbindungen ohne technische Maßnahmen abzubauen. Bei dem Abbauvorgang wird im Gewässer gelöster Sauerstoff verbraucht. Wird z.B. mehr unbehandeltes Abwasser in ein Gewässer eingeleitet, als Sauerstoff für den Abbau zur Verfügung steht bzw. über natürliche Prozesse nachgeliefert werden kann, ist das Selbstreinigungspotential des Gewässers überschritten. Es kommt zu einem Sauerstoffmangel, das Gewässer "kippt um" (Eutrophierung).

Zwei Stufen der Selbstreinigung werden in manchen Auflistungen unterschieden:

Auch höheren Wasserpflanzen spielen als Sauerstoffproduzenten eine wichtige Rolle bei der Selbstreinigung. Eine räumlich begrenzte Form der Gewässerselbstreinigung ist beispielsweise in einem Schwimmteich beobachtbar.

Fließende Gewässer haben i.d.R. eine größere Selbstreinigungskraft als stehende Gewässer, da der Sauerstoffeintrag durch Diffusion aus der Luft in fließenden Gewässern, insbesondere an Stromschnellen, meist besser ist. Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor bezüglich Selbstreinigung ist auch eine mögliche Gewässererwärmung durch natürliche oder künstliche Einflüsse, da die Löslichkeit von Sauerstoff umgekehrt proportional zur Temperatur ist. 

Bei der biologischen Abwasserreinigung wird die Selbstreinigungskraft technisch genutzt und durch optimale Sauerstoffzufuhr künstlich erhöht. 

Zur Definition siehe auch DIN 4045 und DIN EN 752-1.

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