Algen

(algae, algas) Zusammenfassende Bezeichnung für chlorophyllhaltige niedere Pflanze aus der arten- u. formenreichen gleichnamigen Gruppe Phycophyta (lat. "alga" Seegras, Tang) die zumeist im Wasser leben (sowohl in Süßwasser als auch Salzwasser) frei schwimmend (suspendiert) oder festsitzend, auch auf dem Land auftreten, dort z. T. in Symbiose mit Pilzen zu Flechten. Die organische Stoffproduktion der Algen ist Nahrungsquelle vieler Wassertiere. Auch der Mensch nutzt Algen z.B. als Nahrungsmittel zur Gewinnung von Alginsäure und Jod und Herstellung von Gallerten (Agar-Agar, Carrageen), als Dünger und Futter und als Rohstoffe zur Gewinnung pflanzlichen Öls.

Es gibt mehrere verschiedene Algenarten (Blau-,Braun-,Rot-,Grünalgen ) die faden- bzw. strauchförmig sein können. Letztere sind kalkhaltig und kommen in Süß- und Brackwasser vor.

In Gewässern mit zu hoher Substratzufuhr (Abwasser) kann es zur unerwünschten vermehrten Algenbildung kommen (Algenblüte), wodurch der gelöste Sauerstoff im Wasser aufgebraucht wird (Eutrophierung). In weiten Teilen des Mittelmeeres, stellt die Algenvermehrung inzwischen ein Problem dar. Die Folgen einer Algenblüten sind z.T. verheerend für die Umwelt und das natürliche Öko-System.

Die Phaeocystis-Arten sind als Schleimkugelalgen schaumbildend und erzeugen Schaumteppiche an den Stränden (z.B. Nordsee). Außerdem stehen sie im Verdacht, bei allergischen Menschen Hautausschlag hervorzurufen. Als sehr gefährliche Algen gelten Chrysochromulina polylepsis und Gyrodinium aureolum. Sie erzeugen hochgiftige Toxine, die bei Massenwachstum Meerestiere und -pflanzen schädigen oder töten können. Diese zwei Algenarten gelten als Auslöser des großen Fischsterbens 1988/89 vor den skandinavischen Küsten.

Das Auftreten von vermehrten Algen in Schwimmteichen deutet auf eine überdimensionale Belastung bzw. unterdimensionierte Pflanzenzone hin.

Algen bei der Abwasseraufbereitung in offenen Klärteichen

Die Aufbereitung von Abwässern erleichtert die Anwesenheit von Algen die Oxidationsvorgänge in beträchtlichem Maß. In offenen Abwasserteichen, die besonders in den Tropen eingesetzt werden, ist die Algenbesiedlung in und auf dem Abwasser unvermeidlich und erhöht ihren Wirkungsgrad wesentlich.

Bei dieser Methode der Abwasserbehandlung ist es notwendig den Algenüberschuss zu beseitigen. Untersuchungen an Modellanlagen zeigen, dass die Algenernte pro Monat ca. 2,5-12 t / ha betragen kann, ein höherer Ertag als bei den meisten Feldfrüchten. Versuche haben gezeigt, dass sich die geernteten Algen u.U. zur Tierernährung verwenden lassen, falls Sie nicht belastet sind. Manche Länder können sich damit eine wertvolle Futterquelle erschließen. In instabilen Teichen herrschten nur wenige Algenarten vor, während in alten über einen längeren Zeitraum betriebenen Teichen zahlreiche Arten gefunden wurden.

In einigen biologischen Kläranlagen, besonders in den Tropen, wird das teilgeklärte Wasser in Fischzuchtbecken geleitet. Dort wird das Algenwachstum stark gefördert, was sich günstig auf die Fischernährung auswirkt, vorausgesetzt, dass eine ausreichende Sauerstoffzufuhr z.B. durch Begasung gewährleistet ist. Auch in kühleren Zonen kann in dieser Weise verfahren werden, wobei die Winterkälte jedoch die Produktivität herab setzt. In Klärverfahren, bei denen das Abwasser auf Tropfkörper gesprüht wird, spielen Algen eine bedeutende Rolle bei der Bindung von Oberflächenfilmen, in denen sich Pilze und Protozoen ansiedeln. Wie in Abwasserteichen (Klärteichen) liefern diese Beläge Sauerstoff und verbrauchen Nährstoffe.

Bei der Abwasserreinigung mit Algen wird in der Regel auch das hohe Adsorptionspotential von Algen ausgenutzt. Auf diese Weise lassen sich viele organische und anorganische Schadstoffe aus dem Abwasser entfernen.

Algen können auch in Form von Biofilmen technisch genutzt werden.


Grünalgen, Quelle: TU Berlin

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