Wasser-Wissen


Schlammstabilisierung

(sludge stabilisation) Mineralisierung der organischen Substanz im Klärschlamm und dadurch dessen chemisch-biologische "Stabilisierung". Die Stabilisierung hat zum Ziel, dass im Anschluss biologische oder chemische Umsetzungsprozesse nur noch begrenzt oder sehr langsam ablaufen, damit eine Klärschlammverwertung erfolgen kann. Während der Begriff "Schlammverwertung" alle Schlämme berücksichtigt, ist die Klärschlammverwertung auf Klärschlämme begrenzt. Allerdings werden beide Begriff oft auch synonym verwendet. 

Schlammstabilisierungen können aerob oder anaerob, aber auch chemisch z.B. durch Nassoxidation bzw. chemisch-physikalisch mittels Kalziumoxid (Branntkalk) oder thermisch durch Verbrennung erfolgen.

Aerobe Schlammstabilisierung

Durch anhaltende Belüftung werden im Klärschlamm enthaltene organische Substanzen zu humusartigen und zu mineralischen Endprodukten umgewandelt.  Die Umwandlung erfolgt durch Abbauprozesse. Durch das Abklingen der biologischen Aktivität wird der Klärschlamm lagerfähig. Das Verfahrensprinzip der aeroben Schlammstabilisation beruht darauf, dass man die im Klärschlamm enthaltenen Mikroorganismen unter Anwesenheit von Sauerstoff einem ständigen "Hungerzustand" aussetzt, wodurch sie gezwungen werden, nahezu alle nur irgendwie verfügbaren Reserve-, Speicher- und sonstigen verwertbaren Stoffe als Nahrung zu verarbeiten. Der Schlamm wird damit auf aerobem Wege so stabilisiert, dass es bei der anschließenden Entsorgung zu keinen weiteren Abbauprozessen und somit zu keinen Geruchsbelästigungen kommt. Belebungsbecken für Kleinkläranlagen  sind i.d.R. auf Grund der Bemessungsvorgaben derart schwach belastet, dass im Belebungsbecken der angestrebte Hungerzustand für die Mikroorganismen gegeben ist und somit die biologische Abwasserreinigung und die Schlammstabilisation im Belebungsbecken gleichzeitig (simultan) erfolgen.

Anaerobe Schlammstabilisierung

Der Begriff "anaerobe Schlammstabilisierung" ist ein Synonym für Schlammfaulung

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