NTA (Nitrilotriacetat, Nitrilotriessigsäure)

(NTA, nitrilotriacetic acid)

Stoffsystem

C6H9NO6,  wird auch Tris-(carboxymethyl)-amin, Titrierkomplex I bezeichnet. Es ist ein weißes, kristallines Pulver oder besteht aus farblosen Kristallen, ohne Geruch mit einem Schmelzpunkt bei 242°C. Der Stoff ist in Wasser schwer, in Ethanol und Alkohol dagegen gut löslich. NTA ist stickstofforganischer Komplexbildner, der in erster Linie jene Ionen komplexieren sollen, die die Wasserhärte verursachen, also Mg2+ und Ca2+. Die komplexierende Wirkung ist nicht auf die Erdalkalimetalle beschränkt.

Herstellung und Anwendung

NTA wird chemisch hergestellt und vielfältige angewandt, z.B. in der Galvanik und der Fotoindustrie. Besondere Bedeutung hat NTA als Ersatzstoff für Phosphate in Waschmitteln.

Da NTA ein potenter Komplexbildner für Schwermetalle ist, wurde Mitte der 80er Jahre ein umfangreiches Forschungsprogramm aufgelegt, das dringende Fragen zur Abbaubarkeit und der Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung untersuchen sollte.

Umwelteinfluss und Gesundheit

NTA hat unerwünschte Auswirkungen auf Umwelt, denn es bildet lösliche Komplexe mit Cadmium und Quecksilber. Diese Eigenschaft kann allerdings auch im Rahmen der Abwasserreinigung genutzt werden. Darüber hinaus soll durch NTA das Wachstum von Algen und anderen Wasserpflanzen begünstigt werden, was eine Eutrophierung begünstigen könnte. 

Das Bundesgesundheitsamt hat aus trinkwasser- und gewässerhygienischen Gründen für NTA einen Leitwert von 20 µg/l für Flüsse vorgeschlagen. erfahrungsgemäß liegt die Konzentration von NTA im Trinkwasser i.d.R. nicht über 3 µg/l . Die aquatische Toxizität von NTA liegt bei Fischen und Daphnien im Bereich 80-1.000mg/l (LC50- bzw. EC50-Werte) und ist abhängig von der Wasserhärte. Eine größere Umweltrelevanz als NTA besitzt EDTA. NTA wurde in die WGK 2 eingestuft.

Abwasserreinigung/Trinkwasseraufbereitung

Bei der aeroben biologischen Abwasserreinigung wird NTA zu mehr als 95% abgebaut. Der Abbaugrad hängt von verschiedenen Parametern wie Temperatur, Konzentration oder Ionenmilieu ab. Schwermetallkomplexe der NTA sind langsamer abbaubar. Unter anaeroben Bedingungen kommt der Abbau allerdings nach vorliegenden Erkenntnissen zum Erliegen.

Eine vollständige Entfernung von NTA aus dem Trinkwasser wird unter bestimmten Bedingungen durch Ozonierung als möglich eingestuft, die Adsorption an Aktivkohle gilt hingegen als wenig wirksam.

Technische Informationen zu NTA gibt es hier.

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